Flohmarkt

Schon als Kind habe ich Flohmärkte geliebt. Seit ich mit 8 oder 10 Jahren gelernt habe, wie man um einen Kaufpreis verhandelt, habe ich mit Begeisterung und Selbstbewusstsein um große und kleine Schätze gefeilscht.

Heute habe ich selber Kinder und finde Flohmarkt-Kleidung auch ökologisch und gesundheitlich unschlagbar. Zig Mal gewaschen, sind sie frei von Chemikalien. Kein „Made in Bangladesh“-Unternehmen verdient  mit. Und noch immer freue ich mich, wenn ich Schätze finde. Heute: Mädchenkleider in bunten, fröhlich-schwedischen Stoffen.

Hier in Schweden finden Flohmärkte meist in Hallen statt, kosten Eintritt und sind auf drei Stunden beschränkt. Kein Wunder, bei dem Wetter. (Bei uns hat’s heute nochmal kräftig geschneit, Anfang März ist von Frühling keine Spur.)

Wir stellen uns in eine 50 Meter lange Schlange und stürzen uns beim Startschuss mit ca. 500 anderen Leuten auf die Tische, die sich unter Kinderklamotten und Spielzeug biegen.

Wir – das sind heute ich und eine gute Freundin aus Stuttgart, die mit ihren  jüngsten Sohn für das Wochenende angereist ist. Ihr Besuch macht mir noch einmal bewusst, wie sehr ich meine Freunde vermisst habe. Wie gut es tut, gemeinsam Tee zu trinken, sich mal für einen Moment gegenseitig die Kinder abzunehmen, Sätze mit „Geht es dir auch so, dass …?“ zu beginnen. Oder eben: einen Flohmarkt zu durchkämmen.

Richard ist begeistert über unser süßes Besuchs-Krabbelkind. Nur dass dieses eifrig die Regale ausräumt und Spielzeug in den Mund  nimmt, findet er irritierend.  Warum schreitet da bloß keiner ein? Und so höre ich ihn mahnen: „Nein, David, Sachen runterschmeißen ist NICHT schön!“

Irgendwie kommt mir dieder Tonfall bekannt vor.

G

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