Verbrennblumen

Nicht, dass die schwedische Küche für irgend etwas besonders berühmt wäre. Die Klassiker findet man alle im IKEA-Standardsortiment: Köttbullar (Fleischbällchen), Pfannkuchen mit Preiselbeeren, eingelegter Hering, Knäckebrot, Zimtschnecken.

Abseits des Standardrepertoires aber findet man feine Sachen. Richtige Geheimtipps. Ich habe angefangen, Rezepte nachzukochen, die ich hier kennengelernt habe: Kardamon-Hefeschnecken, Lachs mit Erbsenschaum, Västerbotten-Paj (eine Art Käse-Quiche)… der Hammer. Vielleicht veröffentliche ich hier mal das eine oder andere Rezept.

Heute allerdings habe ich mit unserem Sohn ein Koch-Event veranstaltet, bei dem es weniger um den großen Genuss, als um das Erlebnis ging. Wir haben Nässelsoppa gekocht, Brennesselsuppe. Begeistert ist der 2-Jährige mit mir in den Park spaziert, hat sich die dicken Winterhandschuhe angezogen und mit der Gartenschere Nesseln abgeschnitten.

Verbrennungsfrei!

Die Pflanzen habe ich dann zuhause gewaschen, abgezupft, gehackt und mit angeschwitzten Zwiebeln und Brühe eine Weile gekocht. Nicht verbrennungsfrei.

Ein weiches Ei hinein, fertig ist das tiefgrüne Gericht.  Geschmacklich erinnert es – ich kann es nicht beschönigen – an Entschlackungs-Tee. Also nicht soo zum Nachkochen empfohlen.

„Was hast du heute Schönes gemacht?“, fragt der Papa beim Abendessen. Berichtet der 2-Jährige:

„Wir haben Verbrennblumen gepflückt!“

G

Ein Gedanke zu „Verbrennblumen“

  1. liebe gesina, was du schreibst, erinnert mich an meine kindheit. oma ida, deine uroma, nahm mich als kind auch mit zum brenneseln sammeln, um damit das mittagessen zu bereichern. sie kochte die brenneseln zusammen mit spinat, und das gab es dann als gemüse. soweit ich mich erinnern kann, schmeckte es ganz gut. sie erklärte mir dabei auch, wie gesund brenneseln seien.

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