Kristus är uppstånden!

Wir wünschen Euch frohe und gesegnete Ostern!

Mein Osterfoto hatte ich eigentlich schon im Voraus gemacht. Aber als ich heute morgen aus dem Fenster sah, habe ich gelacht und bin schnell rausgesprungen, um ein Aktuelles zu machen. Wir feiern Ostern mit frisch gefallenem Schnee!

Ich habe aufghört, den deutschen Frühling herbei  zu sehnen. Hier in Schweden ist alles anders, auch der Frühling. Aber er ist nicht weniger schön. Der Himmel ist manchmal geradezu unfassbar blau. Die Luft riecht klar und frisch. Die Sonne strahlt viel heller und schon jetzt spürbar länger als in Deutschland. Erste Krokusse und Osterglocken wagen sich hervor und lassen sich nicht davon beirren, dass sie immer mal wieder von einer Schneedecke zugedeckt werden.

Unser erster Ostersonntag in Schweden wird ein besonders schöner Tag. Das fängt schon am Morgen im Gottesdienst an. Schwedische Osterlieder sind melodisch einfach zum Dahinschmelzen. Man möchte abwechselnd weinen vor Freude und lostanzen.

Ein Highlight ist für mich der Osterruf. „Christ ist erstanden“, ruft die Pastorin laut, und die Gemeinde antwortet wie aus einer Kehle: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Anschließend dürfen alle, die eine andere Muttersprache als Schwedisch haben, nach vorne kommen; nacheinander hören wir den Osterruf auch auf Finnisch, Estnisch, Griechisch, Arabisch, Persisch,  Deutsch, Afrikaans, insgesamt sicher über 20 Sprachen. Überwältigend.

Nach dem Gottesdienst gibt’s Fika (Kaffee, kleine Butterbrote und Kuchen). Dort treffen wir viele mittlerweile bekannte Gesichter, auch unsere Adoptiv-Uroma Ingela. Jemand winkt uns zu: „Kommt, setzt euch zu uns!“ Das tut gut.

Am Nachmittag bekommen wir Besuch. Ich habe Elinor und ihre Familie eingeladen, die ich aus der Krabbelgruppe kenne. Zusammen haben wir sechs Kinder im Alter von 0-6. Da kommt Leben ins Haus! Der Schnee zum Glück weggetaut, die ganze Mannschaft stürmt begeistert nach draußen, Ostereier suchen.

In Schweden sucht man eigentlich schon am Karsamstag Ostereier, und zwar große Papier-Eier, die bis obenhin mit Lakritz und Gummizeugs gefüllt sind. Dass man in Deutschlad mit Körbchen loszieht und Hühner- und Schokoladeneier sucht, finden unsere Besuchskinder unglaublich spannend.

Als die Sonne herauskommt und die Luft sich etwas wärmer als 2°C anfühlt, schlägt jemand vor, wir könnten doch auch auf der Terrasse Kaffee trinken.

Wie großartig diese Idee ist, wird mir in vollem Umfang erst bewusst, als die erste Tasse Kaffee umkippt. Auch wenn alle Kinder sich Mühe geben: Mit so vielen Ein- und Zweijährigen ist „Kuchenschlacht“ das einzig passende Wort für ein Kaffeekränzchen. Ich sehe entspannt zu und freue mich, dass ich heute keinen Küchenboden schrubben muss.

Später im Haus wird alles verfügbare Spielzeug ausprobiert. Autos und Bagger rasen umher. Die Jungs spielen Basketball mit einem Wäschekorb; die Mädchen verkleiden ihre Puppen mit Linneas Babyklamotten. Elinors Mann spielt Gitarre und singt Joni-Mitchell-Lieder. Großes, lebendiges, wunderbares Chaos.

Als unsere Besucher durch die Schneeflocken nach hause radeln, sehen mein Mann und ich uns an. Ich fühle mich, als würde ich von innen leuchten. Gut, vielleicht hat es auch etwas mit meinem Blutzuckergehalt zu tun. Für mich endet heute schließlich die Fastenzeit und damit eine mehrwöchige Schokoladen-Abstinenz.

Mein Mann hat ein rätselhaftes Lächeln im Gesicht. „Nette Leute“, sagt er. „Schön, dass du die kennen gelernt hast.“ Dann verschwindet er mit den Worten „Ich muss mich jetzt 48 Stunden ausruhen“ im Schlafzimmer.

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