„Stille“ Nacht

Ich frage mich, wie jemand die  Geschichte eines neugeborenen Kindes ernsthaft mit „Stille Nacht“ betiteln konnte…

„Schlaf in himmlischer Ruh“ ist Wunschdenken.

„Einmal werden wir noch wach“ ist Illusion.

Müde, von Chaos umgeben, mit einem von Bauchschmerzen geplagten Neugeborenen und einem 2-Jährigen, der sich mit Recht zu wenig beachtet fühlt, ringe ich um Fassung und Konzentration, um bei Kofferpacken nicht die Hälfte zu vergessen.

Die kürzesten Tage des Jahres. Die Sonne geht um 9 Uhr auf und um 14.50 Uhr unter. Sie steht so tief am Himmel, dass sie nur für eine gute Stunde überhaupt über die Häuser und Baumwipfel hinweg steigt.

In dieser Stunde packe ich die Kleine ins Tragetuch und den Großen in den Buggy; so beladen laufen wir im flüchtigen Sonnenlicht zum ICA, unserem schwedischen Tante-Emma-Laden. Die Schatten sind meterlang. Auf dem Rückweg knabbern wir Pfefferkuchen und treffen eine Frau aus der Krabbelgruppe, die uns „God Jul“ wünscht, Frohe Weihnachten.

Dieses Jahr wird Weihnachten nicht wie „alle Jahre wieder“. Aber ich möchte es nicht anders haben. Das größte Geschenk kam diesmal schon 2 Wochen vor Heiligabend.

 G

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.